Gedenktafeln

Tavla commemorativa

Man sichert sich die Zukunft, wenn man die Vergangenheit ehrt

Diesem Bonmot der deutschen Kaiserin Marie Luise Augusta und Königin von Preussen (1811-1890) versucht der Bürgerrat nachzuleben. So hat er in den letzten zehn Jahren mehrere Gedenktafeln eingeweiht, welche an historische Ereignisse erinnern sollen.

US-Bomberabsturz Lady Patricia

Am 3. September 2004 wurde am Abhang des Dreibündenstein, nahe der Gemeindegrenze von Malix / Domat/Ems, auf 2'000 m Höhe ein Gedenkstein zur Erinnerung an den am 16. November 1944 erfolgten Absturz des 4-motorigen Langstreckenbombers des Typs Consolidated B-24J Liberator mit dem Namen „Lady Patricia“ enthüllt. Neben Behördemitgliedern aus Malix und Domat/Ems waren verschiedene Zeitzeugen an der Absturzstelle anwesend. Patricia (Pat) Mason Freel, die Tochter des Piloten der Originalcrew, war extra aus Omaha/Nebraska in die Schweiz geflogen. Die US-Botschaft in Bern entsandte Eric Lundberg, 1. Sekretär für Politische Angelegenheiten zur Gedenkstein-Enthüllung. „Durch das Setzen dieses Gedenksteines möchte die Bürgergemeinde die Erinnerung an ein kleines, internationales Ereignis auf dem Territorium der Gemeinden Malix und Domat/Ems wach halten. Es ist für uns alle heute und in Zukunft wichtig, sich dankbar all jener zu erinnern, die während des 2. Weltkrieges unter Einsatz ihres meist jungen Lebens für das GUTE gekämpft haben!“ Die damalige Botschafterin der USA in Bern, Pamela P. Willeford, bedankte sich in einem sympathischen Schreiben bei der Bürgergemeinde für dieses Zeichen der Grosszügigkeit und des guten Willens. Dem beim Gedenkstein deponierten Gästebuch kann entnommen werden, dass seither während der Sommerzeit viele Wanderer und historisch Interessierte den Gedenkstein besuchen.
Text von: Haas Theo, Medienmitteilung vom 03.09.2004

Franzosenkriege „Chrest da morts“

Ein Denkmal und eine Tafel erinnern an die Schlacht vom 3. Mai 1799 zwischen dem Landsturm der Surselva und der französischen Armee bei der „Chresta da morts“. Die Tafel ist aussen am westlichen Fabrikzaun der Ems-Chemie AG beim Polenweg angebracht, während sich das Grabdenkmal innerhalb des Fabrikareals befindet. „Am 25. März 2008 konnte im Beisein der Geldgeber, der Verantwortlichen der Bürgergemeinde, der politischen Gemeinde Domat/Ems und der Medien zur Enthüllung der Hinweistafel und zur Einweihung der als Denkmal gestalteten Mantelmauer geschritten werden. Umrahmt wurde der Anlass vom Trommelspiel des Emser Tambouren (Tambourenverein Domat/Ems), die in den historischen Uniformen der Franzosen auftraten. In ihren Reden wiesen der Bürgergemeindepräsident Theo Haas, der Kantonsarchäologe Urs Clavadetscher und der Historiker Ivo Berther, Maladers, unter anderem darauf hin, dass mit dem Denkmal in Form einer Schutzmauer die Erinnerung an einen wegweisenden, aber dunklen Punkt in der Bündner Geschichte wach gehalten werde.“
Text von: Seifert Mathias, ADGR Denkmalpflege GR, Jahresbericht 2007

Palera da Fier

1917 bauten sieben arbeitslose Emser Hotelangestellt im Auftrag der Gemeinde ein Teilstück der Maiensässstrasse aus. Sie verewigten sich abschliessend mit ihren Initialen am übriggelassenen Felsen, den sie zur Strassenverbreiterung teilweise abgetragen hatten. Im November 2008 musste die Strasse erneut verbreitert werden. Diesen Arbeiten fielen die Initialen der sieben Emser leider zum Opfer. Dies aber erst, nachdem die Inschrift fotografisch festgehalten wurde. Am 24. Juni 2009 konnten Gemeindepräsidentin Beatrice Baselgia und Bürgerpräsident Theo Haas bei der „Palera da Fier“ eine Informationstafel enthüllen. Diese gibt in romanischer und deutscher Sprache Auskunft über die Bauarbeiten während des 1. Weltkrieges und zeigt ein historisches Bild der Notarbeiter sowie der fotografisch festgehaltenen Initialen.
Text von: Holdener Marc, Rhiiblatt vom 26.06.2009
Foto: Arnold Spescha

Suworow

Am 9. August 2009 wurde am Käsekeller auf dem Weg nach Ranasca Dadens eine Gedenktafel in Erinnerung an die dramatische Alpenüberquerung von General Suworow und an die Opfer seiner Armee enthüllt. Die Russen hatten den verschneiten Panixerpass am 6. und 7. Oktober 1799 von Elm her kommend überquert. Diese Alpenüberquerung wurde für viele Ross und Reiter der russischen Armee zum Grab. Die Tafelenthüllung durch den russischen Gesandten in Bern, Sergey Maguta, Standespräsident Corsin Farrér, Gemeindepräsidentin Beatrice Baselgia, Gemeindepräsident Albert Spescha (Pigniu) und Bürgerpräsident Theo Haas wurde vom Trommelwirbel einer Delegation der Emser Gruppe 99 begleitet. Im Anschluss daran fand vor den Stallungen in Ranasca Dado im Festzelt ein Gedenkgottesdienst statt, welcher von den Veteranen der Musica da Domat feierlich begleitet wurde. Die Kapelle Oberalp trug mit ihrer Ländlermusik zur Unterhaltung der gegen fünfhundert Alpbesucherinnen und –besucher bei. Als Erinnerung an diesen Anlass erhielt jeder Teilnehmende eine Broschüre sowie ein speziell für dieses Ereignis gefertigtes Trinkglas. Der Gesandte der Botschaft der Russischen Föderation in Bern, Sergej Maguta, bedankte sich herzlich für die Einladung sowie für die Enthüllung der Gedenktafel.
Text von: Willi Claudio, Bündner Tagblatt vom 10.08.2009